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Chartern leicht gemacht

Seemannschaft/Links
 
1.      Anforderungen an den Charterskipper:
 
Skipper mit SKS, SSS, SHS, sind die besten Charterer? – völliger Humbug! Ein Schein ist „Schall und Rauch“. Was nützt einem ein SSS wenn man 10 Jahre nicht mehr auf dem Wasser war?
 
Zwingend erforderlich/gesetzliche Anforderungen: SBF-See – von einigen Stationen ebenfalls gefordert der SKS (Ausland).
 
Was braucht man wirklich, um stressfrei zu chartern?
 
ERFAHRUNG – wenn diese nicht vorhanden ist, weil man gerade mit dem Segelsport begonnen hat, reicht auch schon der umsichtige Umgang während und vor der Charter. Die meisten Schäden/Unfälle entstehen übrigens nicht, weil der Skipper nicht die nötigen Seemeilen auf dem Buckel hat, sondern weil die nötige Umsicht und Vorsicht fehlt. Gute Skipper fehlt es nicht an diesen beiden Punkten.
 

Tipp: 5 goldene Regeln der Törn Planung befolgen – dann kann nichts schief gehen:
 

1, Der Skipper sollte sich vollkommen über seine Fähigkeiten im Klaren sein. Viele Skipper unterschätzen den Aufwand der Planung und Durchführung eines Segeltörns. Deshalb lieber einen etwas kleineren Törn planen, damit der Skipper nicht überfordert ist und er sich im Urlaub auch die verdiente Erholung zukommen lassen kann.
 
2. Alle Entscheidungen während der Planung, als auch während der Durchführung des Törns sollten, solange es nicht gegen die Sicherheit von Schiff und Besatzung verstößt, von der gesamten Mannschaft getragen werden. Hierdurch werden Streitigkeiten an Bord von vornherein vermieden.
 
3. Die geplante Route sollte nicht zu lang wählen. Etappen von 15 bis 25 Seemeilen pro Tag sind in Nord-und Ostsee realistisch. Dabei sollte pro Woche ein Tag als segelfreier Tag für einen ausgiebigen Landgang eingeplant werden.
 
4. Nach einem Drittel der Törn Strecke sollte die Hälfte der Törn Dauer abgesegelt sein. Es kann immer mal sein, dass sich das Wetter ändert oder es zu anderen unvorhergesehenen Ereignissen kommt.
 
5. Die Etappen sollten flexibel geplant werden und an die vorherrschende Wetterlage angepasst werden. Man sollte zwar einen generellen Etappenplan erstellen, aber gegebenenfalls diesen Plan entsprechend der Wetterlage abzuändern.
 

 
2.      Das Revier:
 
Für weniger erfahrene Charterskipper empfiehlt es sich ein Revier ohne Tide auszusuchen und Zeiten zu wählen, in denen es weniger stürmisch zugeht (Ostsee: Mai-Anfang September).
 
Das man mindestens täglich den Seewetterbericht abruft, versteht sich von selbst
 
Tipp: Grundsätzlich würden wir Anfängern empfehlen, bei Windstärken über 5 Bft. nicht auszulaufen. In den letzten Jahren konnte man sich oft nicht auf die Vorhersagen verlassen. Im März 2015 gab es in Kroatien eine der stärksten Boras aller Zeiten (>200km/h).Teilweise wurden die Stege samt Yachten weggespült. Es ist anzunehmen, dass sich das Wetter in den n. Jahren auch nicht ändern wird.
 

 
3.      Die Charteryacht:
 
Hierbei ist wichtig:
 
·         wie groß ist die Crew
 
·         wie viel Erfahrung bei der Schiffsführung ist vorhanden
 
·         lege ich mehr Wert auf Komfort als auf den Preis – dann chartere ich z.B. auch eine 4 Kabinen Yacht für 4 Personen. Jeder hat sein eigenes „Reich“
 
 
Charteryachten  gibt es in der Größenordung von ca 30 Ft. und 2 Kabinen über die 3 Kabinen Versionen (34-45 Ft.) bis hin zu 4-6 Kabinenyachten (42-60 Ft.).
 
Die Tendenz bei den Werften geht übrigens zu immer größeren Schiffen. Leider werden  moderne Yachten mit sehr kleinen Cockpits gebaut. Sie haben u. U. zwar zehn Schlafplätze, man kann nur zu sechst bequem im Cockpit sitzen. Zehn Mann im Cockpit bei Segelbetrieb
geht selbst auf einer modernen 49-Fuß-Yacht nicht ohne massive Komfort- und Sicherheitsabstriche.
 
Tip: Große Yachten reagieren träger bei Seitenwind und sind deshalb nicht unbedingt schwerer zu Händeln. Hier sollten man aber bedenken, dass sie sich durch die gro0e Masse evtl. langsamer aufstoppen lassen. Aber am Anfang eher kleinere Schiffe wählen.
 

 
Alt oder neu?
 
Modernen Yachten sind oft störanfälliger und nicht so aufwendig laminiert, wie ältere Modelle. Aus Gesprächen mit vielen Stützpunktleitern in Kroatien wissen wir, dass diese Yachten vor 2008 bevorzugen. Eine gut gepflegte ältere Carteryacht muss daher nicht schlecht sein, zumal diese eher schiffig eingerichtet sind.
 

 
4.      Der Chartervertrag:
 
Obwohl man manchmal die Yachten direkt bei dem Flottenbetreiber chartern kann, geht es meistens über eine Chartervermittlung, die auch u.U. auch eigene Yachten anbieten.
 
Woher weiß ich, ob ich direkt vom Eigner/Flottenbetreiber chartere? Die Agenturen verfügen meist nicht über einen Belegungskalender.
 
Ist der Zeitraum und die Yacht gewählt, geht es ins Vertragswesen.
 
Der Charterpreis ist oft nicht alles:
 
- Will man keine Bettwäsche mitschleppen, lässt sich die bereits im Vorwege ordern
 
- Ankern ist reizvoll – hierfür wird ein Dingi benötigt. In wärmeren Gefilden oft schon im Charterpreis enthalten.
 
- Es ist jedem Charterer, der nicht gerade jedes Jahr wochenlang auf dem Wasser ist und/oder ein eigenes Boot besitzt, eine Kautionsversicherung an zu raten.
 
 
Ist alles klar geht an den Schriftverkehrt: Sie zahlen die Chartergebühr vor Törnbeginn (meistens ca. 20-40% bei Buchung, und 60-80% acht Wochen vor Törnbeginn) nach Zusendung/Rücksendung des Chartervertrages.
 
Tip: Bitte unbedingt die AGB´s lesen (auch wenn man dies immer übergeht). Hier wird auch stehen, dass die Kaution JE Schadenfall gilt. Also kann im schlimmsten Fall die Kaution nicht ausreichen. Auch aufgeführt: Ver- und Gebote.
 


 
5.      Vor Charterbeginn:
 
Nachdem der Chartervertrag zurückgesendet wird, gibt es Vercharterer, wie bei uns, die umfangreiche Revierinfos (Einkaufen, Buslinien, Parken am Hafen etc.) und Schiffsunterlagen zusenden, so dass man sich schon vorher mit dem Schiff auseinander setzen kann.


 
1.      Übergabe
Dieses ist ein langwieriger, aber auch wichtiger Teil eines Chartertörns. Auf dem Übergabeprotokoll sollen auch Schäden oder Fehlteile vermerkt werden. Hierzu sollte das Schiff (z.B. der Deck/Rumpf) auch von außen kontrolliert werden. Dies im ersten Schritt, bevor es unter Deck geht
Bei Schiffsübernahme übergibt Ihnen der Vercharterer eine lange Liste der kompletten Ausstattung. Bei einigen Verscharterern, wie auch bei uns, anhand einer Stauplanliste mit Lageposition:


                       
Somit wissen Sie auch gleich, wo alles liegt.

Seenotsignalmittel: Hierfür wird in Deutschland ein Sachkundenachweis benötigt. Stand: Ende 2015. Allerdings reicht auch eine Einweisung durch den Vercharterer.
Als letztes wird die Funktion des Motors getestet. Hierzu erst Ölstand kontrollieren und nach Start den Kühlwasseraustritt. Wichtig beim ausstellen/starten: der Stophebel darf nicht gezogen sein, sonst springt die Maschine nicht an.

Wichtiger Übergabe TIP: kontrollieren Sie außen unbedingt den Rumpf! Viele Yachten haben keine Scheuerleiste. Wenn es auf Grund von Hafenmanövern zu Schrammen kommt, sind das auch gerne mal 200-300 EUR Reparaturkosten die Ihnen aufgebrummt werden, wenn die Schrammen bei Übergabe nicht vermerkt waren.

7.      Die Creweinweisung
 
Jetzt nicht gleich starten! Wer jetzt die Crew vernünftig einweist, erweist sich als guter Skipper. Es gibt 2 Crewgruppen, die Aufmerksamkeit erfordern:
 
1.      Die Mitsegler – sie wollen nur mitsegeln, und können/wollen nicht Hand anlegen. Dies ist ja nicht unbedingt verwerflich. Man muss sich aber im Klaren sein, dass diese Crewmitglieder in bestimmten Situationen in der Plicht eher Manöver stören und behindern könnten. Daher ist es bei kleineren Schiffen am besten, sie aus dem Arbeitsbereich der Plicht wegsetzen zu lassen. Aber auch Sie sollten Aufgaben haben (z.B. zuständig für Ventile und geschlossener Luken während des segelns)
 
2.      Die Lernwilligen - sie können die aktive Crew unterstützen, ihre Arbeiten (Festmascherknoten/Fender) sollten aber immer kontrolliert werden.
 

Alle Mitglieder werden in die Funktion und Sicherheitsbegebenheiten eingewiesen.
 
Jetzt wird eine Vertretung/Notskipper auserkoren. Der Notskippers ist für die Durchführung des Mensch-über-Bord Manövers, falls der Skipper über Bord gegangen ist, verantwortlich. Auch hier gilt: Hauptsache Skipper lebendig ohne Verletzungen geborgen,
egal wie. Lassen Sie die Crew den Notskipper aussuchen, denn die muss im Notfall diese Person rückhaltlos als Autoritätsperson anerkennen.
 Typische Kriterien sind: Segelerfahrung, Alter, Intelligenz. Vor dem ersten Ablegen sollte jedem Crewmitglied eine eigene Rettungsweste zugeordnet werden, die der-/diejenige in der eigenen Kabine zu verwahren hat. Selbiges gilt für Lifebelts. Noch im Starthafen sollte jeder die Rettungsweste mindestens einmal selber angelegt haben, damit man das auch im Notfall reproduzieren kann.

 
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